Die Grundlage
Haut ist kein Typ. Haut ist ein Zusammenspiel.
„Trocken", „fettig", „Mischhaut" – diese drei Kategorien stammen aus den 1930er-Jahren und beschreiben genau einen einzigen Faktor: die Talgproduktion. Sie sagen nichts darüber aus, wie reaktiv deine Haut ist, wie sie Pigment bildet oder wie stabil ihr Kollagengerüst ist. Genau diese Faktoren entscheiden aber, welche Behandlung sinnvoll ist – und welche deiner Haut schaden kann.
Deshalb betrachten wir vier voneinander unabhängige Achsen. Eine Haut kann gleichzeitig ölig und extrem empfindlich sein. Sie kann straff sein und trotzdem stark zu Pigmentflecken neigen. Erst die Kombination ergibt ein Behandlungsprofil statt eines Etiketts.
01Feuchtigkeit & Barriere
Talgproduktion und Hautbarriere bestimmen den transepidermalen Wasserverlust. Eine gestörte Barriere reagiert auf jede Behandlung anders als eine intakte – und braucht Vorbereitung, bevor überhaupt gelasert wird.
02Reaktivität
Neigt deine Haut zu Entzündung, Rötung oder Rosacea? Reaktive Haut braucht niedrigere Energien, längere Intervalle und eine andere Nachsorge. Diese Achse entscheidet über die Intensität, nicht über das Verfahren.
03Pigmentverhalten
Melanozyten reagieren individuell auf Reize. Wer nach einem Pickel monatelang einen dunklen Fleck behält, neigt zu postinflammatorischer Hyperpigmentierung – ein zentrales Ausschlusskriterium für zu aggressive Verfahren.
04Struktur & Kollagen
Ab etwa Mitte 20 nimmt der Kollagengehalt der Dermis jährlich messbar ab; in den Jahren nach der Menopause beschleunigt sich dieser Prozess deutlich. Straffheit, Faltentiefe und Narbenbild bilden zusammen den Grad der Hautalterung ab.
Warum Fitzpatrick zuerst kommt
Der Hauttyp bestimmt, was sicher ist.
Die Fitzpatrick-Skala (Harvard, 1975) klassifiziert Haut nach ihrer Reaktion auf UV-Strahlung in sechs Typen. Für eine Laserpraxis ist sie kein kosmetisches Detail, sondern das erste Sicherheitskriterium: Je mehr Melanin in der Epidermis liegt, desto mehr Laserenergie wird bereits an der Oberfläche absorbiert – und desto höher ist das Risiko einer Pigmentverschiebung nach der Behandlung.
Bei höheren Fitzpatrick-Typen sind deshalb chromophor-unabhängige Verfahren wie Radiofrequenz-Needling oft die sicherere Wahl gegenüber pigmentaffinen Lasern. Umgekehrt können sehr helle Hauttypen von fraktionierten Laserverfahren besonders profitieren. Genau diese Logik bildet die Auswertung ab.
Der zweite Faktor ist die Ursache: Sichtbare Gesichtsalterung ist überwiegend extrinsisch – in einer viel zitierten Untersuchung von Flament et al. (2013, 298 Probandinnen) wurden rund 80 % der sichtbaren Alterungszeichen der UV-Exposition zugeschrieben. Das ist die gute Nachricht: Der größte Hebel ist beeinflussbar. Deshalb fragt die Analyse auch nach deinem Sonnenschutzverhalten.
Methodik der AnalyseFragen18, davon 1 Sicherheits-Check
Auswertungsachsen4 (unabhängig gewichtet)
Hauttyp-KlassifikationFitzpatrick I–VI
Alterungs-EinordnungPhotoaging-Grad I–IV (Glogau)
Sicherheitskriterien8 Kontraindikationen
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Fachliche Bezugssysteme: Fitzpatrick TB, Arch Dermatol 1988 · Glogau RG, Klassifikation der Photoalterung 1994 · Baumann L, Dermatol Clin 2008 (Vier-Parameter-Systematik der Hauttypisierung) · Flament F et al., Clin Cosmet Investig Dermatol 2013. Diese Quellen bilden die fachliche Grundlage unserer Systematik; das Ergebnis ist eine Selbsteinschätzung und ersetzt keine Untersuchung.